Das Heilige Compostelanische Jahr (span. Año Santo Compostelano oder Año Santo Jacobeo) wird begangen, wenn der Festtag des Hl. Jakobus (25. Juli) auf einen Sonntag fällt. Die heiligen Jahre wurden erst ca. im 15 Jahrhundert das erste mal in Santiago de Compostela nachgewiesen. Das erste heilige Jahr war 1428 und wurde vor allem von englischen Pilgern als solches zelebriert. Die Pilger standen in den heiligen Jahren immer unter besonderen Schutz des Königs, der ihnen freies Geleit zu den Pilgerstätten gewährte. Die Pilgerfahrt nach Santiago lebte nach einem Niedergang im frühen 19. Jahrhundert mit dem Heiligen Jahr 1885 wieder auf, nachdem Papst Leo XIII. ein Jahr zuvor die Echtheit der wiederaufgefundenen Gebeine des Apostels bestätigt hatte.
Weitere Informationen zum Heilgen Compostelanischen Jahr oder auch das "Jahr des Heiligen Jakobus" genannt, finden sie hier.
Einer der berühmtesten Pilgerwege der zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela führt, ist der Camino de Santiago oder zu Deutsch auch Jakobsweg genannt. Es gibt mehrere Routen um den Jakobsweg zu bezwingen, dabei ist der Camino Francés der wohl bekannteste und am meist genutzte.
In der Apostelgeschichte stirbt Jakobus in Palästina durch das Schwert (Ap. 12,2). Laut einer Legende hat Jakobus zuvor in Spanien missioniert und wurde durch treue Gefolge dorthin zurückgebracht und an jener Stelle, wo sich heute die Kathedrale von Santiago befindet, begraben.
Einer anderen Legende
nach wurde sein Leichnam von einem von Engeln getragenen
Schiff transportiert. Ein Einsiedler beobachtet sogar Lichterscheinungen und ein
Marmorbogen wies auf ein Grab hin. Der Bischof Theodemir ließ das Grab öffnen
und schrieb die Gebeine den Apostel Jakobus zu. Daraufhin wurde eine Kapelle über
dem Grab errichtet und dies stellt den Anfang des heiligen Ortes Santiago de Compostela
dar.
Die Verehrung des Heiligen Jakobus stärkte auch die christliche Identität der Spanier, was ihnen vor allem im Kampf gegen die Mauren behilflich war. Man kann mit Recht behaupten, dass die Entdeckung und Heiligsprechung des Grabes die Geschichte Europas mit beeinflusst hat. Einerseits war dies der Ausgangspunkt für die Reconquista also die Rückeroberung Spaniens und andererseits wurde mit ihr erstmalig das Pilgern zu einem Massenphänomen.
Zweifel an der Echtheit der Gebeine und des Grabes gibt es natürlich, aber bei einer Glaubensweisheit spielen nur selten Fakten eine Rolle. Alleine der Glaube und die Wirkung auf die Menschen sind ausschlaggebend. Der Anblick der Kathedrale von Santiago de Compostela hat jedenfalls einen unbeschreiblichen Eindruck auf jeden Menschen und ich kann ihnen nur empfehlen sich diesen nicht entgehen zu lassen.